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Lisa stellt einige Schullektüren vor

Ich zog mit Hannibal ? Hans Baumann

?Ich zog mit Hannibal? erzählt die Geschichte eines Elefantentreibers, der als kleiner Junge, nach der Zerstörung Sargunts durch Hannibal, vom Elefanten Suru gerettet und zu seinem neuen Treiber gewählt wurde. Als alter Mann kehrt er nach Sargunt zurück, trifft dort die Kinder Morik und Tana. Den beiden erzählt er in Rückblenden eindrucksvoll von seiner Reise mit Hannibal über die Alpen. Das Buch stellt den Alltag der Figur des jungen Elefantentreibers bei dem Feldzug Hannibals über die Alpen dar. Darüber hinaus erfährt der Leser etwas über den Menschen Hannibal, über das Wesen von Elefanten (und deren Verwendung als Waffe) und über den mühevollen Weg, ein zerstörtes Land wieder aufzubauen. Für mich war es interessant über den Alltag mit den Elefanten zu lesen und zur gleichen Zeit den Weg über die Alpen von Hannibals Armee mitzuentdecken. Ich fand ?Ich zog mit Hannibal? war eine spannende, interessante und nicht schwer zu lesende Lektüre.



Vorstadtkrokodile - Max von der Grün

Sie nennen sich ?die Krokodiler? und sind eine Kinderbande in Dortmunds Vorstadt. Der 14-jährige Olaf ist ihr Anführer und die abbruchreife Ziegelei, an deren Tor dick ?Betreten verboten? steht, ist ihr Treffpunkt. Wer bei den Krokodilern mitmachen will, muss hier eine gefährliche Mutprobe bestehen. Als der 10-jährige Hannes dabei in eine lebensgefährliche Situation gerät, lässt ihn die Bande im Stich. Die Feuerwehr rettet Hannes und vom Vater bekommt er Hausarrest und Fernsehverbot. Nun hat Hannes viel Zeit, aus dem Fenster zu gucken. Da fällt ihm ein Junge im Rollstuhl auf. Kurt ist 12 Jahre und querschnittsgelähmt. Hannes freundet sich mit Kurt an und möchte ihn in die Bande einführen. Davon aber wollen die Krokodiler zunächst nichts wissen. Denn: Krokodiler flitzen auf Fahrrädern herum, vollführen Kunststückchen, klettern auf Bäume ? und all das kann Kurt nicht. Doch dann macht Kurt mit seinem Fernglas eine Beobachtung. Sie hat mit den Ladeneinbrüchen in der Vorstadt zu tun, hinter denen man ?die Ausländer? vermutet. Diese Information öffnet Kurt die Tür bei den Krokodilern. 1500 Mark Belohnung für sachdienliche Hinweise sind ausgesetzt und die möchten sich die Krokodiler gerne verdienen. Gemeinsam gehen sie Kurts Verdacht nach ? und geraten in einen Zwiespalt, als sich herausstellt, dass der ältere Bruder eines Bandenmitglieds zu den Tätern gehört. Wir hatten das Buch ?Die Vorstadtkrokodile in der 5. Klasse gelesen, sogar bevor der Film zum Buch überhaupt gedreht wurde. Für die 5. Klasse finde ich dieses Buch sehr gut, es zeigt wie Freundschaft und ein gemeinsames Ziel auch Diskriminierung oder Behinderung überkommen kann. Dem Leser selbst fällt dieses besondere Ziel des Autors nicht auf, jedenfalls fiel mir das in der 5. Klasse noch nicht auf. Aber dem jungen Leser wird vor allem das Abenteuer gefallen das die Vorstadtkrokodile erleben. Und jetzt da das Buch sogar noch verfilmt wurde, ist es für mich eine der besten Schullektüren für 5. oder 6. Klassen. Es hat einfach Spaß gemacht das Abenteuer mit den Krokodilen mitzuerleben und am Ende den ?Fall? zu lösen.



Auguste Lechner - Die Nibelungen

Auguste Lechner ist es gelungen, das Nibelungenlied in eine für Schüler verständliche Romanform zu bringen. Der klassische Sagenstoff wird anschaulich und spannend erzählt. Siegfried, der Held der Erzählung, besteht zahlreiche Abenteuer, die ihn unter anderem zum Nibelungenkönig und somit Besitzer des Nibelungenschatzes machen. Der hinterhältige Mord an ihm, durchgeführt von Hagen von Tronje, zieht einen blutigen Rachefeldzug seiner allein zurückgebliebenen Ehefrau Kriemhild nach sich. Das Buch ?Die Nibelungen? ist für mich jetzt wo ich älter bin ein gutes Buch um die Nibelungensagen zu entdecken, aber als wir es in der 7. Klasse zum ersten Mal gelesen haben und das auch noch zu Hause ohne Hilfe, fand ich es wirklich kompliziert. Manchmal konnte man den verschiedenen Handlungen nicht mehr folgen und die Sagen sind spannend, aber für eine 7. Klasse wirklich noch nicht geeignet. Manche Stellen, wo es um Mord oder Krieg geht ist sehr brutal und jedes Kind kann sich damit schon auseinander setzen. Trotzdem macht es heute Spaß dieses Buch zu lesen und jetzt kann ich sagen, dass es eine tolle Herausforderung war, die uns am Ende gezeigt hat, dass wir auch schwierigere Bücher mit etwas Arbeit schaffen können. Außerdem hat es so ein wenig den Übergang von ?Kinderbüchern? zu Büchern für Jugendliche dargestellt.



Das Haus der Treppen - Sleator

In William Sleator's "Haus der Treppen" finden sich fünf Jugendliche - drei Mädchen und zwei Jungen - plötzlich in einem Haus ohne Räume und Wände, aber mit einer unübersichtlichen Vielzahl von Treppen wieder. Das Einzige, was sie zum Überleben haben, sind ein Essenautomat, der jedoch nur unter ständig wechselnden Bedingungen funktioniert, und eine "Quelle", aus der sie Wasser schöpfen können, die aber gleichzeitig als Toilette dienen muss.
Beziehungen, Machtkämpfe und Intrigen innerhalb der Gruppe sind unausweichlich, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Situation so weit eskaliert, dass es zur Katastrophe kommt.
Der zweite Teil zeigt Sinn und Zielrichtung des Szenarios auf und eröffnet vielfältige Möglichkeiten, sich genauer mit dem Gebiet der Konditionierung und Gruppenverhalten sowie Gruppenzwängen zu beschäftigen. Das Buch ?Das Haus der Treppen? ist kein Kinderbuch mehr und sollte wirklich erst ab der 9. oder 10. Klasse gelesen und bearbeitet werden. Als ich es das erste Mal gelesen habe, fand ich es erschreckend und habe mich wirklich gefragt, ob ein solches Buch wirklich in der Schule gelesen werden sollte. Es zeigt zwar sehr gut das Verhalten, dass vor allem Kinder in solchen extremen Situationen zeigen, aber es ist auch so weit entfernt von der Wirklichkeit, dass es keinen Sinn hat Schulkindern schon so etwas zu zeigen. Das Buch hat nicht wirklich übertrieben viel Gewalt oder Mord oder ähnliches, aber die Einwirkungen und die Situation der Kinder im Buch kann für viele sehr extrem wirken.



Die Welle - Morton Rhue


Ben ist ein junger und engagierter Lehrer, der gerne mit neuen Lernmethoden seinen Schülern Wissen vermittelt. Als es im Geschichtsunterricht langsam gegen das Thema Zweiten Weltkrieg geht, versucht er seiner Klasse zu erklären wie es in Deutschland zu einer solchen Katastrophe wie der Judenverfolgung kommen konnte. Da ihm die Schüler nicht glauben, dass man von einem Führer so sehr manipuliert werden kann, dass man plötzlich jeden Befehl ausführt, wagt Ben ein Experiment. Er erschafft in seinem Klassenzimmer eine Diktatur, in der er der Führer der Gruppe ist. Was harmlos beginnt, gerät schon bald außer Kontrolle, bis die faschistische Gruppe, die sich selbst ?Die Welle? taufte, plötzlich die ganze Schule einnimmt. Das erschreckende an ?Die Welle? ist die Tatsache, dass diese Zeilen auf wahren Begebenheiten beruhen. Die Geschichte über einen jungen, engagierten Lehrer und sein Experiment hat sich vor einigen Jahren tatsächlich fast genau so in einer amerikanischen High School zugetragen. Unfassbar und ein erschreckendes Mahnmal. Selbst wenn wir es heute eigentlich kaum mehr hören wollen, so beweist uns Morton Rhue mit ?Die Welle? doch, dass die Möglichkeit, dass sich erneut eine grausame Diktatur bildet, keines Falls ausgeschlossen werden kann. Schon allein deshalb sollte ?Die Welle? als Lektüre in der Schule gelesen und besprochen werden. Wir haben das Buch in der 9. Klasse gelesen und natürlich auch den Film dazu geschaut. Für mich war das Buch besser, aber als Ergänzung kann Film gerne auch anschauen. In der 9. Klasse beschäftigt man sich das aller erste Mal mit dem 2. Weltkrieg, den Nazis und den Auswirkungen. Dann ein Buch zu lesen wie ?Die Welle?, fand ich hat nur geholfen. Außerdem ist das Buch sehr spannendend geschrieben, so dass man es nach einer Zeit nicht mehr aus der Hand legen möchte.